Der BSU wird immer grüner – ein Hybridbus im Langzeittest

An der HESO 2010 war er bereits zu bestaunen, ab sofort ist er in Solothurn und Umgebung unterwegs: Der umweltfreundliche BSU-Hybridbus.
Dank seinem auffälligen Design mit den grossen Orangen ist er auf dem BSU-Netz nicht zu übersehen. Der BSU hat den Volvo-Hybridbus für drei
Jahre gemietet und wird ihn in dieser Zeit auf Herz und Nieren überprüfen.
Der Treibstoffverbrauch des Hybridbusses liegt um rund zwanzig Prozent tiefer als bei konventionellen Dieselbussen. Erfüllt jedoch die
Hybridtechnik die hohen ökologischen und wirtschaftlichen Erwartungen auch längerfristig? Dieser Frage will der BSU mit dem Langzeittest
im Alltagsbetrieb auf den Grund gehen. Seit April 2011 ist der Hybridbus in Solothurn und Umgebung unterwegs.
Diesel- und Elektromotor – das perfekte Duo
Der Volvo-Hybridbus verfügt über einen vergleichsweise kleinen Diesel- sowie über einen Elektromotor. Beide können das Fahrzeug unabhängig
voneinander oder bei Bedarf auch gemeinsam antreiben. Beim Halt an Bushaltestellen oder Ampeln stellt der Dieselmotor automatisch ab. Der Bus
startet dann leise, kraftvoll und abgasfrei mit dem Elektromotor. Zugeschaltet wird das Dieselaggregat erst wieder ab Tempo fünfzehn bis
zwanzig. Wenn der Bus bremst, gelangt die Bremsenergie in die Lithium-Ionen-Batterie und wird dort gespeichert. Beim laufenden Feldversuch sind
Wartungs- und Beschaffungskosten sowie Störungen und Treibstoffverbrauch ebenso zentrale Themen wie die Fahrleistung in der hügeligen
Agglomeration. Wie schnell entleert sich der Elektrospeicher? Wie zügig kann das Dieselaggregat auch ohne Elektroantrieb nach einem Halt z.B.
in Oberdorf bergauf beschleunigen?
Weitere Hybridbus-Tests stehen an
Neben dem Volvo-Hybridbus testet der BSU auch noch zwei Hybridbusse von anderen Herstellern. Dies in einem gemeinsamen Projekt mit sechs anderen
Schweizer Busunternehmungen (Basler Verkehrsbetriebe, Verkehrsbetriebe Thun STI, Transport publics de la région lausannoise, Stadtbus Winterthur,
Transport publics genevois und Postauto Schweiz). Aus diesem Test sollen zusätzliche wichtige Resultate zur Alltagstauglichkeit der Hybridbusse
zusammenkommen.
Die sieben Busunternehmen werden gemeinsam je einen Hybridbus der Carrosserie Hess in Bellach und von Mercedes (EvoBus) testen. Beide
Gelenkbusse sind jeweils rund 35 Tage bei einem Transportunternehmen im Einsatz und wechseln danach zum nächsten Unternehmen. Den Start hat der
BSU mit dem Serien-Hybridbus von Hess gemacht: Vom 29. März bis 1. April war dieser Hybridbus beim BSU erfolgreich im regulären Linienbetrieb
unterwegs. Ende Februar 2012 kommt der Hess-Hybridbus nochmals nach Solothurn, er wird dann für fünf Wochen auf dem BSU-Netz im Einsatz sein.
Der Hess-Bus speichert Energie in so genannten «Supercaps» (Doppelschicht-Kondensatoren) und wird traditionell über zwei Motoren angetrieben.
Der Mercedes-Dieselhybrid «Citaro G BlueTec» verfügt hingegen über Lithium-Ionen-Akkus und wird von vier Radnaben-Motoren angetrieben. Diesen Bus
testet der BSU im Herbst 2011.
Kurzfristig energieeffiziente Dieselfahrzeuge – längerfristig Hybridbusse?
Bei der Beschaffung von neuen Linienbussen setzt der BSU auf energieeffiziente und umweltfreundliche Fahrzeuge. Filtertechnik und Einhaltung
der strengen Euro 5/EEV-Norm sind mittlerweile Standard bei Neubeschaffungen, so dass die Emissionen der BSU-Busflotte trotz Zunahme der jährlichen
Fahrleistungen kontinuierlich gesenkt werden.
Im Rahmen seiner Umweltstrategie setzt sich der BSU nicht nur mit dem Dieselverbrauch auseinander, sondern prüft auch neue Möglichkeiten – wie
diese Testbetriebe mit den drei verschiedenen Hybridbussen zeigen. Ein Ersatz der bestehenden Fahrzeugflotte durch neue, umweltfreundlichere Busse
ist jedoch ein langfristiger Prozess. Einerseits haben Busse eine Lebensdauer von rund 10 bis 15 Jahren und werden daher nur schrittweise ersetzt.
Ausserdem sind Treibstoffverbrauch und Emissionen nur ein wichtiger Aspekt. Nebst den Beschaffungskosten (Hybridbusse kosten zurzeit rund 25-30 % mehr
als reine Dieselbusse) müssen auch die Betriebs- und Unterhaltskosten sorgfältig geprüft werden, bevor sich der BSU für die neue Technologie entscheiden
kann. Ausserdem soll sich auch zeigen, welche Hybrid-Technologie sich für den BSU am besten eignet.
Die Resultate aus den verschiedenen Testbetrieben sind für den BSU daher ein zentrales Kriterium für die weitere Beschaffungsplanung. Ein
definitiver Entscheid für den Kauf neuer Hybridbusse steht aber noch aus. Die Tests der drei verschiedenen Busse (und Hersteller) sollen wichtige
Resultate liefern, sind aber noch kein Vorentscheid für einen Hersteller. Falls sich die Hybrid-Technologie für den BSU als die neue Antriebstechnologie
herausstellen würde, würde die Wahl des Herstellers wie gewohnt in einem ordentlichen Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Dies wird voraussichtlich
ab 2012 stattfinden.
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